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Grünen-Spitzenkandidatin Baerbock: "Vieles ruckelt sich noch zusammen"

Die Grünen erleben derzeit wieder verstärkt Gegenwind. Im ARD-Interview sagte Kanzlerkandidatin Baerbock nun, sie wolle verloren gegangenes Vertrauen wettmachen. Ihre Partei strebe einen "klimafreundlichen Wohlstand" an.

Stand: 10.06.2021 21:16 Uhr

Die Grünen erleben derzeit wieder verstärkt Gegenwind. Im ARD-Interview sagte Kanzlerkandidatin Baerbock nun, sie wolle verloren gegangenes Vertrauen wettmachen. Ihre Partei strebe einen "klimafreundlichen Wohlstand" an.

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, hat sich erneut für irreführende Angaben in ihrem Lebenslauf entschuldigt. "Ich habe offensichtlich einen Fehler gemacht", sagte sie in der ARD-Sendung "Farbe bekennen". Das sei schlampig gewesen.

Baerbock bezog sich auf unpräzise Angaben zu Mitgliedschaften in Organisationen. Sie hatte dort noch am vergangenen Donnerstag unter anderem die Transatlantik-Stiftung German Marshall Fund und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR aufgeführt. Später wurde die Seite geändert, die Überschrift lautet statt "Mitgliedschaften" nun "Beiräte, (Förder-)Mitgliedschaften, regelmäßige Unterstützung".

"Angaben nun vollständig"

Baerbock stellte im Interview klar, dass alle Angaben zu ihrer Vita nun richtig seien. Allerdings sei die jetzige Situation für die Grünen und ihr Wahlkampfteam noch ungewohnt, da sie erstmals direkt die Union um das Rennen im Kanzleramt herausforderten. "Vieles ruckelt sich noch zusammen", kommentiere sie die vergangenen Tage.

Sie wolle nun verloren gegangenes Vertrauen wieder wettmachen, kündigte Baerbock an. Auf die Frage, ob sie notfalls Co-Parteichef Robert Habeck die Spitzenkandidatur überlassen wolle, ging sie nicht ein. Sie sieht sich trotz der vorangegangen Fehler für den Wahlkampf gewappnet.

Farbe bekennen: Annalena Baerbock, Bündnis 90/Die Grünen, stellt sich den Fragen von Tina Hassel und Oliver Köhr

Farbe bekennen, 10.6.2021

Union überholt Grüne

Laut aktuellen Umfragen hat der vorherige Höhenflug der Grünen einen Dämpfer erhalten. Der ARD-DeutschlandTrend sieht die Union nun klar vor den Grünen. CDU/CSU gewinnen im Vergleich zum Mai 5 Prozentpunkte auf 28 Prozent. Die Grünen büßen 6 Prozentpunkte auf nun 20 Prozent ein. Obwohl ihre Partei den Gegenwind in den Umfragen spüre, stellte Baerbock klar, dass für ihre Partei im Wahlkampf noch alles drin sei.

Die Spitzenkandidatin hatte vergangene Woche vorgeschlagen, für den Klimaschutz den Benzinpreis bis 2023 um 16 Cent zu erhöhen. Daraufhin sahen sich die Grünen dem Vorwurf ausgesetzt, erhöhen zu wollen, aber keinen sozialen Ausgleich zu schaffen. Dagegen verwahrte sich Baerbock im Interview.

Zum Ausgleich für Belastungen beim Klimaschutz verwies sie bei "Farbe bekennen" auf den Vorschlag eines "Energiegeldes", das nach dem Willen ihrer Partei pauschal pro Kopf an alle Bürgerinnen und Bürger ausgezahlt werden solle.

"Höherer Spitzensteuersatz"

Es gehe nun darum, das Land zu verändern, so die Kanzlerkandidatin der Grünen weiter. Sie wolle mit ihrer Partei einen "klimagerechten Wohlstand" schaffen. "Es ist wichtig, alle Menschen in diesem Land zu erreichen", hob Baerbock hervor.

Durch einen "Industriepakt" wollten die Grünen Klimaneutralität in der Stahl- und Grundstoffindustrie unterstützen. Die Infrastruktur in ländlichen Regionen müsse zudem ausgebaut werden. Außerdem machte sich Baerbock erneut für einen Mindestlohn von 12 Euro stark. Im Gegenzug sollten für Wohlhabende der Spitzensteuersatz erhöht und auch große Vermögen stärker belastet werden.

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Moderation 11.06.2021 • 00:06 Uhr

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