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Ethereum: Die Gründe für den rasanten Anstieg auf mehr als 3.000 Dollar

Mehr als 3.300 Dollar (2.800 Euro) am Dienstag morgen: Ether (ETH) ist […]
Vitalik Buterin, der Kopf hinter Ethereum. © Techcrunch/Flickr (CC BY 2.0) / Pexels.com
Vitalik Buterin, der Kopf hinter Ethereum. © Techcrunch/Flickr (CC BY 2.0) / Pexels.com

Mehr als 3.300 Dollar (2.800 Euro) am Dienstag morgen: Ether (ETH) ist derzeit das Liebkind der gesamten Krypto-Branche und stellt alle anderen großen Krypto-Assets (außer Dogecoin, aber das ist ja eine andere Sache) in Sachen Wachstum derzeit in den Schatten. Außer DOGE ist kein gehandeltes Krypto-Asset in der vergangenen Woche so stark gewachsen wie Ethereum – plus 33 Prozent kann es derzeit vorweisen.

Das macht sich auch an den Marktanteilen bemerkbar. Während Bitcoin nach langer Zeit wieder unter einen Marktanteil von 50 Prozent gerutscht ist, ist Ethereum auf 17 Prozent geklettert. Zuletzt gab es das während dem ICO-Hype 2017/2018, danach sind die Marktanteile von ETH stark gesunken – vor allem zugunsten von Bitcoin, aber zugunsten von einigen Altcoins. Nun kann man Ethereum, rein gemessen an seiner Marktkapitalisierung (320 Mrd. Euro), mit den ganz großen der Finanzwelt auf ein Podest stellen. Nur Visa und die US-Großbank JPMorgan Chase bringen noch (deutlich) mehr Market Cap auf die Waage, Mastercard, Bank of America oder PayPal müssen sich bereits hinten anstellen:

Das neuerliche Erstarken von Ether hat mehrere Gründe. Insgesamt kann man festhalten, dass die Blockchain-Plattform der Pubertät, in der ICOs und CryptoKitties dominierten, entwachsen ist, und Ethereum in die Welt des Big Business eintritt. Das kann man an mehreren Faktoren erkennen.

Ethereum 2.0 zieht ordentlich an

Wie mehrmals berichtet befindet sich Ethereum gerade mitten im (langwierigen) Umstieg auf seine 2.0-Version, die eine viel höhere Zahl an möglichen Transaktionen pro Sekunde sowie den Wechsel von Proof of Work (Mining) auf Proof of Stake (Staking) bringen wird. Das Netzwerk wird dann durch die Werteinlagen der Community gestützt und nicht mehr durch die Rechen-Power, die Miner einbringen.

Die Einlagen, die Ethereum-Anhänger für Ethereum 2.0 eingebracht haben, haben mittlerweile ordentliche Dimensionen erreicht. Mittlerweile wurden ETH im heutigen Gegenwert von mehr als 13 Milliarden Dollar als Deposits eingebracht. Das ist zwar nur ein kleiner Bruchteil der gesamten Ethereum-Marktkapitalisierung, aber ein ordentlicher Anstieg im Vergleich zu Dezember 2020 – da waren es etwa eine Milliarde (wir berichteten). Auch wenn sich der Preis von ETH seither vervielfacht hat, zeigt das, dass sehr viele Teilnehmer am Netzwerk an eine große Zukunft von Ethereum glauben und entsprechend viel Wert an Ethereum 2.0 binden.

Und auch klar: Wer beim Staking mitmachen möchte, braucht entweder selbst mindestens 32 ETH oder muss sich einem Staking-Pool anschließen – dementsprechend groß ist das Interesse an ETH. Aktuell gibt es etwa 128.000 Validatoren, die insgesamt mehr als 4 Millionen ETH eingebracht haben.

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DeFi und NFTs treiben an

Was fürs Staking gilt, gilt auch für die Nutzung der Transaktionen. Auch hier ist die durchschnittliche Zahl der Transaktionen pro Tag auf ein Rekordniveau gestiegen, was zeigt, dass die zweit wichtigste Blockchain der Welt hinter Bitcoin intensiv genutzt wird. War der letzte Peak im ersten Krypto-Hype 2017/2018 bei etwa 1,3 Millionen Transaktionen pro Tag, ist diese Zahl in den letzten Wochen nun auf deutlich mehr als 1,5 Millionen gestiegen. Etherscan zeigt das in einer Langzeitgrafik sehr gut:

Auch wenn sich die Binance Smart Chain (BSC) als einer der großen Herausforderer von Ethereum damit rühmt, in der Zahl der Transaktionen mittlerweile viel höher zu liegen (bis zu 10 Millionen Transaktionen pro Tag), muss bedacht werden: Während Ethereum tatsächlich ein dezentrales Netzwerk ist, ist bei BSC mit seinen lediglich 21 Validatoren im Netzwerk die ernste Frage zu stellen, wie dezentral sie überhaupt ist (mehr dazu hier). Auch andere Protokolle rittern darum, Ethereum den Rang abzulaufen; Polkadot und Cardano etwa wollen mit Proof of Stake gegenüber der Noch-PoW-Blockchain Ethereum punkten, konnten aber bis dato bei weitem keine so große Entwickler-Community um sich scharen.

Und von eben dieser profitiert Etherreum stark. Zum einen ist der der weiter starke Trend zu „Decentralized Finance“ (DeFi), der viele neue Anwendungen im Finanzbereich etabliert, die auf Ethereum basieren. Erkennbar ist das derzeit am besten an der dezentralen Krypto-Börse Uniswap, die ihren UNI-Token in den Top 10 der Krypto-Charts platzieren konnte und beim Volumen durchaus mit anderen zentralisierten Exchanges mithalten kann (mehr dazu hier).  Zum anderen laufen aber auch große NFT-Anwendungen auf Ethereum, was ebenfalls für starke Nutzung sorgt. Und auch hier wieder: Binance, Crypto.com und andere versuchen ebenfalls in den NFT-Bereich vorzudringen, der noch von Ethereum dominiert wird.

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