Bayern-Boss Oliver Kahn bezeichnet Gerüchte um sein Aus als „Hype“
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Erstellt: 23.04.2023, 10:24 Uhr
Von: Antonio José Riether
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Nach der Pleite in Mainz sprach Oliver Kahn über die Gerüchte um seine Zukunft. Für den Bayern-Boss sind die Spekulationen um sein Aus nur ein „Hype“.
München – Die Krise des FC Bayern verschärfte sich am Samstag weiter. Nach der 1:3-Pleite in Mainz verloren die Münchner die Tabellenführung an Borussia Dortmund, zudem bedeutete die Niederlage die vierte sieglose Partie in Folge. Vorstandsboss Oliver Kahn sprach gegenüber dem ZDF über den aktuellen Negativlauf und das drohende Szenario einer titellosen Saison. Obendrein dementierte der 53-Jährige die Spekulationen um seine Person.
Oliver Kahn |
Geboren: 15. Juni 1969 in Karlsruhe |
Profi-Stationen: Karlsruher SC, FC Bayern |
Pflichtspiele für den FC Bayern: 632 |
Länderspiele: 86 für Deutschland |
Besonders in der zweiten Halbzeit erlebten die Bayern einen Leistungseinbruch, zur Pause hatte der Rekordmeister noch geführt. Nach dem aus der Hand gegebenen Spiel trat Kahn im Aktuellen Sportstudio des ZDF vor das Mikrofon und rechtfertigte den Trainerwechsel, den die Bayern vor einem knappen Monat vollzogen hatten. Thomas Tuchel verlor bereits drei seiner sieben Pflichtspiele als FCB-Chefcoach, sein Vorgänger Julian Nagelsmann hingegen wurde nach drei Niederlagen aus den ersten 37 Saisonspielen freigestellt.
„Ich habe immer auch von langfristigen Zielen gesprochen“, verteidigte Kahn die Trainerentscheidung der Münchner. Es ginge „jetzt nicht rein nur um die Saisonziele“, erklärte der Badener, der sich nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal sowie in der Champions League viel Kritik gefallen lassen muss. Durch die zwei verlorenen Titel gerät die Meisterschaft in den Fokus, doch im Titelkampf müssen die Bayern nun auf Fehler des Konkurrenten BVB hoffen. Eine Spielzeit ohne Titel wäre laut Kahn „natürlich für uns alle eine Katastrophe“.
Wer bleibt wie lang? Die Vertragslaufzeiten der FC-Bayern-Stars
Nicht nur die Mannschaft wird scharf kritisiert, auch die Entscheider stehen während der Krise im Fokus. So sah sich auch der ehemalige Welttorhüter Kahn mit Zweifeln konfrontiert, einige Stimmen hinterfragen seinen Posten als Vorstandvorsitzender des deutschen Serienmeisters. Kahn moderierte Gerüchte um seine Zukunft entschieden ab.
„Wenn ich das richtig verstanden habe, hat irgendeiner eine Twitter-Nachricht abgesetzt und alle anderen sind dann draufgesprungen“, meinte Kahn nach Spielende in Mainz und ergänzte: „Und dann ist irgendwie ein Hype um dieses Thema entstanden.“

Tatsächlich hatte der frühere Bundesliga-Stürmer Jan Aage Fjörtoft einen solchen Tweet abgesetzt. Der Norweger hatte Kahns Aus als FCB-Boss jüngst als „eine Frage der Zeit“ bezeichnet, längst sei die Trennung zwischen dem Ex-Kapitän und den Bayern ein „laufendes Verfahren“, behauptete der heutige TV-Experte Fjörtoft zudem.
Kahn lassen die Spekulationen um seine Zukunft offenbar kalt. „Für mich gibt es nur ein einziges Ziel: Diese Saison rumzubringen, und zwar mit dem deutschen Meistertitel, um dann nächste Saison noch mal richtig anzugreifen“, erklärte der ehemalige Nationaltorhüter, der während der Niederlage auf der Tribüne erkennbar besorgt dreinblickte.
FC Bayern plant wohl weiterhin mit Oliver Kahn – BVB mit besserer Ausgangslage im TitelkampfNoch muss Kahn offenbar keine Konsequenzen für die magere Bilanz unter seiner Leitung fürchten. Wie sportschau.de am Samstag vor der Partie berichtet hatte, sollen ihm die Bayern weiterhin den Job als Vorstandschef zutrauen und auch künftig mit ihm planen.
Für seine Zukunft wäre zumindest der Meistertitel wichtig, durch die Niederlage in Mainz liegt allerdings Borussia Dortmund einen Zähler vor den Bayern. Die Münchner haben noch fünf Saisonspiele, um den BVB von der Tabellenspitze zu verweisen, allerdings haben die Dortmunder nun alles selbst in der Hand. (ajr)