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Ergebnisse in Sachsen-Anhalt: CDU erobert (fast) alle Direktmandate von AfD zurück

Vor fünf Jahren hatte die Linke einen, die AfD mehr als ein Dutzend der 41 Wahlkreise direkt erobert, der Rest ging an die CDU. Jetzt färbt das Ergebnis der Landtagswahl die Sachsen-Anhalt-Karte schwarz – bis auf eine Ausnahme.

Die CDU ist der klare Wahlsieger bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – das zeigt sich auch bei den Direktmandaten. Die Christdemokraten konnten laut vorläufigem Endergebnis in 40 der insgesamt 41 Wahlkreise im Bundesland ein Direktmandat gewinnen. Der einzig übrige Wahlkreis ging an die AfD.

Für die Rechtspopulisten ist das eine große Niederlage: Noch 2016 hatten sie 15 Direktmandate geholt. Ein weiteres Mandat im Wahlkreis Köthen konnte damals eine Politikerin der Linkspartei für sich verbuchen. Nun konnte die AfD lediglich den Wahlkreis Zeitz halten.

In Zeitz hatte vor fünf Jahren der ehemalige AfD-Landeschef André Poggenburg gewonnen, jetzt holte sein Nachfolger Lothar Waehler das Mandat. Poggenburg selbst war vor zwei Jahren aus der AfD ausgetreten, nachdem er sich aus politischen und privaten Gründen mit Parteifreunden überworfen hatte.

Knapp in den Städten

Schwarze Hochburgen sind nun vor allem die Wahlkreise Wittenberg, Naumburg und Wolmirstedt – in den Städten behauptete sich die CDU hingegen zum Teil nur knapp gegen grüne oder linke Gegenkandidatinnen und Gegenkandidaten. So stand unter anderem im Wahlkreis Halle III der grüne Abgeordnete Wolfgang Aldag kurz davor, das erste grüne Direktmandat in Sachsen-Anhalt zu holen.

Das mit Abstand beste Erststimmenergebnis bekam Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) im Landkreis Wittenberg mit 53,9 Prozent.

Insgesamt behauptete sich die CDU bei der Landtagswahl auch mit Blick auf die Zweitstimmen als klar stärkste Partei vor der AfD. Die Christdemokarten kommen in den Hochrechnungen auf 36,6 Prozent, die Rechtspopulisten auf 22 Prozent. Die Linke rutschte mit 11 Prozent auf ihr schwächstes Ergebnis nach 1990 und die SPD mit 8,4 Prozent auf ein neues Tief. Die Grünen (6 Prozent) konnten nur leicht zulegen, die FDP (6,5 Prozent) schaffte nach bisherigen Hochrechnungen den Wiedereinzug in den Landtag.

Haseloff regiert in Sachsen-Anhalt seit 2016 in Deutschlands erster Keniakoalition mit der SPD und den Grünen. Rein rechnerisch könnte er die Koalition wohl fortsetzen. Auch eine sogenannte Deutschlandkoalition von CDU, SPD und FDP sowie für ein Jamaikabündnis aus CDU, FDP und Grünen würde es reichen.

Im guten Abschneiden der Christdemokraten sieht der Landeschef indes auch ein Signal für die bevorstehende Bundestagswahl am 26. September. »Wir sind geschlossen aufgetreten – CDU und CSU. Wir haben alle davon etwas«, sagte Haseloff im ZDF. Die Botschaft in Richtung Berlin sei klar: »Nur gemeinsam können wir gewinnen.« (Mehr Reaktionen zu der Landtagswahl lesen Sie hier.)

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