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Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Habeck gibt sich und Baerbock Mitschuld an Ergebnis

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Ministerpräsident Reiner Haseloff hat es geschafft – die CDU bleibt nicht nur stärkste Kraft im Magdeburger Landtag, sie kann ihr Ergebnis sogar deutlich verbessern und die AfD klar auf Distanz halten. Damit könnte es

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Ministerpräsident Reiner Haseloff hat es geschafft – die CDU bleibt nicht nur stärkste Kraft im Magdeburger Landtag, sie kann ihr Ergebnis sogar deutlich verbessern und die AfD klar auf Distanz halten. Damit könnte es neue Koalitionsoptionen geben. Alle Entwicklungen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im News-Ticker.

News zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vom 7. Juni: CDU in Sachsen-Anhalt will mit FDP, Grünen und SPD sprechen

20.22 Uhr: Die CDU will nach ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt mit der FDP, den Grünen und der SPD über mögliche Bündnisse sprechen. Das sagte CDU-Landeschef Sven Schulze nach der Sitzung des Landesvorstandes der Partei am Montagabend. "Wir haben als Landesverband einstimmig beschlossen im Vorstand mit den Kreisvorsitzenden, dass wir den drei Parteien (...) Sondierungsgespräche anbieten."

Die Reihenfolge der Gespräche könne sich nach dem Anfangsbuchstaben der jeweiligen Partei richten, hieß es. Die Abfolge habe jedoch nichts mit der Präferenz gegenüber der jeweiligen Partei zu tun und müsse noch in die Abstimmung, hob Schulze hervor.

Ministerpräsident Reiner Haseloff und seiner CDU stehen mehrere Optionen zur Bildung einer Regierung offen. Eine klare Präferenz des Amtsinhabers zeichnete sich am Montag weiterhin nicht ab.

Habeck: Bundespartei gab Grünen-Wahlkämpfer keinen Rückenwind

18.46 Uhr: Grünen-Bundeschef Robert Habeck hat sich enttäuscht über das Abschneiden seiner Partei bei der Wahl in Sachsen-Anhalt gezeigt. Die Grünen hätten "natürlich Hoffnungen und Erwartungen" gehabt, dass die Zuwächse "etwas stärker" ausfallen würden, sagte er am Montag in Berlin. Er wolle dabei nicht verschweigen, dass die vergangenen rund drei Wochen "sicherlich kein Rückenwind" für die Wahlkämpfenden in Sachsen-Anhalt gewesen seien, fügte Habeck hinzu.

Zuletzt hatte es für die Grünen unter anderem Negativschlagzeilen wegen Unstimmigkeiten im Lebenslauf von Ko-Parteichefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gegeben. Zudem kam die Partei in der Debatte um höhere Benzinpreise im Zuge der Klimaschutzbemühungen schlecht weg. Manche Diskussionen auf Bundesebene hätten den Grünen in Sachsen-Anhalt "sicher nicht geholfen", sagte dazu Habeck. Er sprach von "Unzulänglichkeiten" und "kleinen Fehlern" seiner Partei. Nun müsse aber nach vorne geblickt werden, betonte Habeck.

Eine Lehre aus Sachsen-Anhalt sei, dass seine Partei sich "intensiv" mit Themen jenseits des Klimaschutzes befassen müsse, insbesondere Daseinsvorsorge und Infrastruktur. Wichtig sei als Thema auch ein "funktionierender Staat", in dem etwa Anträge schnell bearbeitet würden. Außerdem gehe es um die "soziale Frage: Mit Blick auf Ökologisierung, Digitalisierung und Globalisierung müsse der Gesellschaft "sozialpolitisches Vertrauen" gegeben werden. All diese Themen würden beim Parteitag am kommenden Wochenende aufgegriffen, kündigte Habeck an. Mit der Veranstaltung wollten die Grünen unterstreichen, "warum wir in Deutschland um die Eins kämpfen", sagte er mit Blick auf die Bundestagswahl.

Haseloff: Union kann auch im Bund 37 Prozent erreichen

14.42 Uhr: Der klare Sieger der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), hält ein ähnlich starkes Ergebnis für die Union bei der Bundestagswahl im September für möglich. "37 Prozent Plus x, wie in Sachsen-Anhalt, sind möglich, wenn wir geschlossen marschieren", sagte Haseloff am Montag in Berlin. "Armin Laschet ist unser Kanzlerkandidat, mit dem werden wir gewinnen und wenn wir es so machen, wie in meinem Wahlkampf, dann werden wir auch den Kanzler stellen."

Sein starkes Ergebnis begründete Haseloff unter anderem damit, dass die Union in den vergangenen Wochen geschlossen aufgetreten sei. Das habe sich auch bei den Wahlkampfauftritten von Unionspolitikern wie Friedrich Merz, Markus Söder und Armin Laschet in Sachsen-Anhalt gezeigt. Außerdem habe er von seiner klaren Abgrenzung zur AfD profitiert. Umfragen, in denen ein Wahlsieg der AfD möglich schien, habe viele seiner Wählerinnen und Wähler mobilisiert.

Hennig-Wellsow: Niederlage für die Linke

14.40 Uhr: Die Linke-Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow hat eine Niederlage ihrer Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eingeräumt. "Das ist natürlich eine Niederlage und die gestehen wir uns auch ein", sagte Hennig-Wellsow am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es habe in Sachsen-Anhalt eine Polarisierung zwischen CDU und AfD gegeben und eine "Sicherheitswahl von etlichen Leuten, die sonst die Linke gewählt hätten", sagte Hennig-Wellsow. Diese hätten schlicht verhindern wollen, dass die AfD stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt wird.

Mit Blick auf die Bundestagswahl sagte Hennig-Wellsow, man setze auf einen "heißen Sommer" und darauf, dass man im Wahlkampf wieder mit den Menschen reden könne. Die Wirkung der Sachsen-Anhalt-Wahl auf den Bundestagswahlkampf halte sie für vernachlässigbar.

Laschet lobt Haseloff als "Landesvater im besten Sinne" und CDU als "Bollwerk gegen Extremismus"

14.04 Uhr: Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hat nach dem deutlichen Wahlsieg seiner Partei in Sachsen-Anhalt die klare Abgrenzung zur AfD untermauert. "Die CDU ist das Bollwerk gegen Extremismus", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident nach Sitzungen der CDU-Spitzengremien am Montag in Berlin. Seine Partei habe bei der Wahl am Sonntag mehr Stimmen bekommen als AfD und Linke zusammen, die "klare Kante" gegen die AfD sei mitgetragen worden. "Der Kurs der Mitte wird um keinen Millimeter verändert." Im Bundestagswahlkampf bringe das gute Abschneiden natürlich Rückenwind.

Laschet hob hervor, dass die CDU im Sachsen-Anhalt nun anders als bei der vorherigen Wahl "mehrere Koalitionsoptionen in der demokratischen Mitte" habe. Dies sei ein großartiger Erfolg für Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), der auch "ein Landesvater im besten Sinne" sei. Die CDU hatte bei der Wahl am Sonntag deutlich hinzugewonnen und wurde mit 37,1 Prozent klar stärkste Kraft vor der AfD.

SPD-Chef sieht schwarz-rote Koalition in Sachsen-Anhalt skeptisch

13.10 Uhr: SPD-Chef Norbert Walter-Borjans bezweifelt, dass CDU und SPD in Sachsen-Anhalt mit nur einer Stimme Mehrheit eine tragfähige Koalition bilden können. Es seien "Zweifel an der Stabilität der CDU-Fraktion angebracht", sagte der Parteichef am Montag dem MDR. Er wolle der SPD Sachsen-Anhalt die Entscheidung, ob eine stabile Koalition mit der CDU möglich ist, aber nicht vorwegnehmen.

Die CDU-Fraktion habe sich in den vergangenen Monaten und Jahren "nicht als ganz stabile Brandmauer nach rechts erwiesen", sagte Walter-Borjans. Während der vergangenen fünf Jahre schwarz-rot-grüner Koalition in Sachsen-Anhalt hatten wiederholt Mitglieder der CDU-Fraktion eine Öffnung der CDU zur AfD gefordert.

Nach dem überraschend hohen Wahlsieg der CDU in Sachsen-Anhalt würde schwarz-rot trotz Verluste der SPD auf eine Mehrheit von einem Sitz im neuen Landtag kommen. Haseloff betonte am Montag, dass er Wert auf eine stabile Konstellation lege. Möglich wären auch Dreierbündnisse der CDU mit SPD und FDP, SPD und Grünen oder FDP und Grünen.

Grüne wollen in Sachsen-Anhalt weiter mitregieren

13.03 Uhr: Die Grünen wollen auch nach der Landtagswahl weiter an der Regierung beteiligt bleiben. "Ich mache Politik, um Dinge tatsächlich zu bewegen", sagte die Vorsitzende der Landtagsfraktion und Spitzenkandidatin, Cornelia Lüddemann, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Man könne zwar auch in der Opposition "viele schöne Konzepte schreiben", erklärte sie. "Aber richtig umsetzen kann man in der Regierung, und das ist unser Ziel, das haben wir immer sehr deutlich gemacht."

Nach dieser Wahl ist die Situation allerdings eine andere als vor fünf Jahren. 2016 hätte es eine demokratische Konstellation gegeben, jetzt gibt es mehrere, so Lüddemann. Es sei jetzt an Reiner Haseloff (CDU), die Gespräche zu führen. "Und wir stehen selbstverständlich für Gespräche über diese Themen zur Verfügung."

Die Grünen verbesserten sich am Sonntag nur wenig auf 5,9 Prozent (2016: 5,2) und könnten in die Opposition rutschen. Haseloff hat vier Regierungsoptionen: Es könnte erneut eine schwarz-rot-grüne Koalition geben, aber auch eine aus CDU, SPD und FDP oder eine von CDU, Grünen und FDP. Ganz knapp möglich wäre auch ein schwarz-rotes Zweierbündnis.

FDP rechnet mit Schwarz-Rot

12.31 Uhr: Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rechnet die FDP mit einem schwarz-roten Regierungsbündnis und will sich in diesem Fall nicht als dritter Partner daran beteiligen. Die FDP werde in einer Koalition von CDU und SPD nicht benötigt, sagte Spitzenkandidaten Lydia Hüskens am Montag in Berlin. Sie sehe die FDP nicht als "Komfortpartner" oder "Reserverad" in einer Regierung.

Sie erwarte eine Zweierkoalition, sagte Hüskens. Wenn es nicht zu einer schwarz-roten Koalition komme, bliebe als weitere Option noch ein Jamaika-Bündnis aus CDU, FDP und Grünen. Der Ball liege aber jetzt im Feld von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).

Rechnerisch möglich sind nach der Landtagswahl eine Fortsetzung der bisherigen Kenia-Koalition von CDU, SPD und Grünen sowie auch ein Bündnis der CDU mit FDP und SPD oder mit FDP und Grünen. Eine schwarz-rote Koalition hätte dem vorläufigen Endergebnis zufolge nur eine denkbar knappe parlamentarische Mehrheit von einer Stimme.

Überlegungen, dass Haseloff mit SPD und FDP zusammen stabilere Mehrheitsverhältnisse hätte, erteilte Spitzenkandidatin Hüskens eine Absage. Sie gehe davon aus, dass der Ministerpräsident nach dem Erfolg bei der Wahl in der Lage sei, Mehrheiten in der eigenen Fraktion durchzusetzen.

Söder: "Freund" Reiner Haseloff war der Matchwinner

10.16 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat den Wahlsieg der CDU in Sachsen-Anhalt als "Erfolg für die CDU und ganz großen Erfolg für Reiner Haseloff" bezeichnet. "Der Matchwinner war Reiner Haseloff", sagte Söder am Montag in München. Haseloff sei ein sehr, sehr engagierter Ministerpräsident. Er habe eine sehr klare Linie in der Abgrenzung zur AfD gefahren, die vom Wähler honoriert worden sei. "Aus ganz persönlichen Gründen freue mich sehr, dass ein Freund diese Wahl so erfolgreich bestritten hat."

Der Ausgang der Bundestagswahl sei dennoch weiter völlig offen, wenngleich der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt Rückenwind für die ganze Union "und damit auch für den Armin" bedeute, sagte Söder mit Blick auf die Chancen von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU). "Für die Union ist es ein wichtiges Signal, gewinnen zu können", sagte Söder.

Die Wahl in Sachsen-Anhalt habe auch gezeigt, dass Träume der Grünen nicht in den Himmel wüchsen. Der Partei fehle für den nächsten Schritt das ganz große Vertrauen der Bevölkerung, sagte Söder. "Der Höhenflug ist eindeutig gestoppt."

 Esken: "Kein Drumherumreden" - SPD kann mit Ergebnis nicht zufrieden sein

09.09 Uhr: Nach dem schlechten Abschneiden der SPD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat sich Parteichefin Saskia Esken unzufrieden gezeigt. "Was das Ergebnis anbelangt, gibt es gar kein Drumherumreden: Da können wir nicht zufrieden sein", sagte Esken am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Die durch die Corona-Pandemie eingeschränkten Wahlkampfmöglichkeiten seien eine mögliche Erklärung für das schlechte Wahlergebnis. "Es war schwierig, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen", sagte Esken. Zudem habe es vor der Wahl eine starke Polarisierung gegeben.

Die SPD war bei der Wahl auf einen neuen Tiefstand abgerutscht. Im Bundestagswahlkampf sei es für die SPD nun wichtig, mit zentralen Punkten wie höheren Löhnen und bezahlbarem Wohnen zu punkten, betonte Esken. Kanzlerkandidat Olaf Scholz habe hohe Zustimmungs- und Kompetenzwerte in genau diesen Fragen – nun werde man gemeinsam in den Wahlkampf gehen.

 FDP-Generalsekretär Wissing offen für Bündnis mit CDU und SPD

08.57 Uhr: FDP-Generalsekretär Volker Wissing ist nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt offen für ein Bündnis seiner Partei mit CDU und SPD. "Wir stehen bereit für Regierungsverantwortung sowohl in Sachsen-Anhalt als auch im Bund", sagte er am Sonntagabend in der "Bild"-Sendung "Die richtigen Fragen". "Und selbstverständlich können wir mit der Union und auch den Sozialdemokraten zusammenarbeiten. Ich halte das für möglich." Entscheidend für die FDP seien die Inhalte, betonte Wissing.

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Wahl in Sachsen-Anhalt kommt neben einer Fortsetzung der bisherigen Kenia-Koalition von CDU, SPD und Grünen auch ein Bündnis der CDU mit FDP und SPD oder mit FDP und Grünen in Betracht. Auch ein schwarz-rotes Bündnis hätte eine knappe parlamentarische Mehrheit.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sagte der "Welt", ob die Liberalen künftig in Sachsen-Anhalt mitregieren könnten, liege bei Ministerpräsident Reiner Haselhoff (CDU) und der Landtagsfraktion der Union. Allerdings gelte: "Koalitionen zwischen Union und FDP entsprechen den Erwartungen der Wählerinnen und Wähler beider Parteien." Der FDP in Sachsen-Anhalt war am Sonntag mit einem Ergebnis von 6,4 Prozent der Wiedereinzug in den Landtag nach zehn Jahren Abwesenheit gelungen. "Mit den Liberalen ist im Bund zu rechnen", sagte dazu Lindner der "Welt". "Die Botschaft von Magdeburg ist, dass die Mitte Konjunktur hat."

Haseloff: "Wenn Union geschlossen ist, dann ist sie faktisch nicht schlagbar"

08.14 Uhr: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will nach dem Erfolg bei der Landtagswahl seine neue Regierung unabhängig von bundespolitischen Erwägungen bilden. "Die Entscheidungen werden im Land gefällt", sagte er am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Es werde "Angebote in all die Richtungen machen, die sich demokratisch anbieten". Die Wähler hätten sich für eine "starke, in der Mitte verankerte Regierung" ausgesprochen. "Wir wollen keine Wackelpartien."

Die Landtagswahl wertete Haseloff als wichtiges Signal für die Union im Bundestagswahlkampf. Das gute Wahlergebnis sei auf die Geschlossenheit der gesamten Union zurückzuführen, sagte der CDU-Politiker. "Wenn die Union geschlossen ist, dann ist sie faktisch nicht schlagbar. Und dann wird sie auch den nächsten Kanzler stellen."

Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis wurde die CDU mit 37,1 Prozent klar stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt. Wie die Landeswahlleitung in der Nacht zum Montag in Magdeburg mitteilte, erreichte die AfD auf dem zweiten Platz 20,8 Prozent. Es folgten die Linke mit 11,0 Prozent, die SPD mit 8,4 Prozent und die Grünen mit 5,9 Prozent, während die FDP mit 6,4 Prozent nach zehn Jahren wieder in den Landtag einzog.

Damit kommt neben einer Fortsetzung der bisherigen Kenia-Koalition von CDU, SPD und Grünen auch ein Bündnis der CDU mit FDP und SPD oder FDP und Grünen in Betracht. Auch ein schwarz-rotes Bündnis hätte dem vorläufigen Endergebnis zufolge eine denkbar knappe parlamentarische Mehrheit von einer Stimme.

 Lindner: "Die Botschaft von Magdeburg ist, dass die Mitte Konjunktur hat"

07.50 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner sieht im Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen Wunsch der Wähler nach Bündnissen von Union und FDP. Ob die Liberalen in Sachsen-Anhalt mitregieren könnten, liege bei Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), sagte Lindner der "Welt" (Montag). Allerdings gelte: "Koalitionen zwischen Union und FDP entsprechen den Erwartungen der Wählerinnen und Wähler beider Parteien." Lindner betonte: "Die Botschaft von Magdeburg ist, dass die Mitte Konjunktur hat."

Mit den Liberalen sei auch im Bund zu rechnen, sagte der FDP-Chef weiter. Er forderte seine Partei auf, in den verbleibenden Monaten bis zur Bundestagswahl "konzentriert zu arbeiten". Die FDP müsse "selbstbewusst sein bei den liberalen Werten und Projekten" und "weiter bescheiden im Auftritt".

CSU-Landesgruppenchef Dobrindt sieht Wahl in Sachsen-Anhalt als bundespolitisches Signal

07.26 Uhr: Nach dem Erfolg der CDU bei der Wahl in Sachsen-Anhalt sieht CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt ein klares Signal für eine unionsgeführte Regierung nach der Bundestagswahl. "Die bürgerliche Mitte hat klar an Zustimmung gewonnen, das linke Lager deutlich verloren", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Montagausgabe). "Diese Wahl hat auch gezeigt: Es gibt in Deutschland keine Wechselstimmung hin zu einer Linkskoalition", sagte der stellvertretende Unionsfraktionschef.

Stattdessen wünschten sich die Menschen "eine Politik der Mitte und Stabilität und eine Union, die die gesamte Breite des bürgerlichen Spektrums abbildet". Dobrindt verwies zudem auf das schwache Ergebnis der Grünen bei der Landtagswahl: "Für die Grünen wachsen die Bäume auch nicht in den Himmel", sagte der CSU-Landesgruppenchef.

Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis ist die CDU mit 37,1 Prozent klar stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt geworden. Wie die Landeswahlleitung in der Nacht zum Montag in Magdeburg mitteilte, erreichte die AfD auf dem zweiten Platz 20,8 Prozent. Es folgten die Linke mit 11,0 Prozent, die SPD mit 8,4 Prozent und die Grünen mit 5,9 Prozent, während die FDP mit 6,4 Prozent nach zehn Jahren wieder in den Landtag einzog.

Damit kommt neben einer Fortsetzung der bisherigen Kenia-Koalition von CDU, SPD und Grünen auch ein Bündnis der CDU mit FDP und SPD oder FDP und Grünen in Betracht. Auch ein schwarz-rotes Bündnis hätte dem vorläufigen Endergebnis zufolge eine denkbar knappe parlamentarische Mehrheit von einer Stimme.

Vorläufiges Ergebnis: CDU in Sachsen-Anhalt gewinnt Landtagswahl mit 37,1 Prozent

Montag, 7. Juni, 06.21 Uhr: Die CDU ist bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 37,1 Prozent klar stärkste Kraft geworden. Wie die Landeswahlleitung in der Nacht zum Montag in Magdeburg mitteilte, erreichte die AfD auf dem zweiten Platz 20,8 Prozent (-3,5 Prozent im Vergleich zu 2016). Es folgten die Linke mit 11,0 Prozent (-5,3 im Vergleich zu 2016), die SPD mit 8,4 Prozent und die Grünen mit 5,9 Prozent, während die FDP mit 6,4 Prozent nach zehn Jahren wieder in den Landtag einzog.

Im Vergleich zur Wahl im Jahr 2016 verbesserte die CDU ihr Ergebnis damit um gut sieben Prozentpunkte, die AfD verlor dreieinhalb Punkte. Die Linke büßte gut fünf Prozentpunkte ein, die SPD verlor mehr als zwei Punkte. Die Grünen verbesserten sich leicht um 0,7 Prozentpunkte. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,3 Prozent und damit nur wenig unter dem Wert von 61,1 Prozent vor fünf Jahren.

Im neuen Landtag hat die CDU künftig 40 Sitze. Die AfD erhält 22 Mandate, die Linkspartei zwölf Sitze. Die SPD bekommt neun Mandate, während Grüne und FDP jeweils auf sieben Sitze kommen.

Damit kommt neben einer Fortsetzung der bisherigen Kenia-Koalition von CDU, SPD und Grünen auch ein Bündnis der CDU mit FDP und SPD oder FDP und Grünen in Betracht. Auch ein schwarz-rotes Bündnis hätte dem vorläufigen Endergebnis zufolge eine denkbar knappe parlamentarische Mehrheit.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) kündigte an, er werde mit allen drei Parteien sprechen und Optionen für eine Zusammenarbeit ausloten. Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnte er ebenso strikt ab wie eine Kooperation mit der Linkspartei.

Die Wahl-Ergebnisse für Sachsen-Anhalt, Magdeburg und Halle im Überblick.

CDU-Kandidaten vor Sieg in fast allen Wahlkreisen

23.24 Uhr: Die CDU kann bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit einem Sieg fast aller ihrer Direktkandidaten rechnen. Die Bewerber der Partei von Regierungschef Reiner Haseloff lagen am Sonntagabend nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Wahlbezirke in 40 der 41 Wahlkreise vorne, wie die Landeswahlleitung in Magdeburg mitteilte. Haseloff führte in seinem Wahlkreis Wittenberg sogar mit mehr als 50 Prozent der Erststimmen.

Nur im Wahlkreis Zeitz lag mit Lothar Waehler ein AfD-Politiker vorn. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hatte die CDU 27 Direktmandate gewonnen, die AfD gewann in 15 Wahlkreisen, 1 Direktmandat ging an die Linke.

Neue Hochrechnung zur Landtagswahl: CDU legt nochmal zu, AfD rutscht ab

23.10 Uhr: Die neue ARD-Hochrechnung ist da – die CDU steht nun bei 37,0. Für die AfD ging es noch einmal nach unten, die rechtspopulistische Partei liegt nun bei 20,9 Prozent.

  • CDU 37,0 Prozent (+7,2)
  • AfD 20,9 Prozent (- 3,4)
  • Linke 11,2 Prozent (- 5,1)
  • SPD 8,3 Prozent (- 2,3)
  • Grüne 6,1 Prozent (+ 0,9)
  • FDP 6,4 Prozent (+ 1,5)
Und plötzlich ist eine Koalition aus CDU und SPD möglich

20.36 Uhr: Die aktuelle Hochrechnung schafft nach ARD-Daten auch nochmal eine ganz neue Koalitionsmöglichkeit für die CDU: Jetzt wäre sogar eine schwarz-rote Koalition aus CDU und SPD drin, ohne die Grünen. Die 34 Sitze der CDU im künftigen Landtag würden mit den acht Sitzen der SPD genau ausreichen, um die nötigen 42 Stimmen für eine absolute Mehrheit zu erzielen. Ob CDU und SPD jedoch Lust auf eine solch wacklige Mehrheit haben, ist unklar.

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al, sca, cvh, flr/mit dpa

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