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Wahl Sachsen-Anhalt, Hochrechnung: Hauchdünne Mehrheit für CDU und SPD

Für Wahlsieger Rainer Haseloff (CDU) bieten sich offenbar Alternativen für seine noch regierende „Kenia“-Koalition. Die Grünen könnten aus der Regierung fallen. Alle Entwicklungen im Liveticker.

Triumph für Ministerpräsident Reiner Haseloff, Rückenwind für Kanzlerkandidat Armin Laschet: Die CDU hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit überraschend großem Vorsprung gewonnen. Die AfD behauptete sich am Sonntag trotz leichter Verluste als zweitstärkste Kraft. Die Grünen konnten dreieinhalb Monate vor der Bundestagswahl nicht vom Bundestrend profitieren, sie legten nur leicht zu. SPD und Linke rutschten auf neue Tiefstände ab. Die FDP kehrt nach zehn Jahren in den Landtag zurück.

Haseloff könnte nun erneut eine schwarz-rot-grüne Kenia-Koalition bilden, aber auch eine sogenannte Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP oder ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP. Möglich wäre eventuell auch knapp ein schwarz-rotes Zweierbündnis. Haseloff, der nun auf seine dritte Wahlperiode zusteuert, ließ am Abend noch keine Präferenzen erkennen. Entscheidend sei, was für das Land gut sei: „Wir sind nicht gut beraten, uns irgendwie instrumentalisieren zu lassen, von Bundesthemen oder einer Bundestagswahl.“

Die CDU, die sich in Umfragen zeitweise ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD geliefert hatte, schnitt deutlich besser ab als erwartet: Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF erzielte sie 36,6 bis 36,9 Prozent (2016: 29,8). Die AfD, die in Sachsen-Anhalt als besonders rechts gilt und im Visier des Verfassungsschutzes steht, erreichte 21,1 bis 21,8 Prozent. Die Grünen verbesserten sich nur wenig, sie kamen auf 5,7 bis 6,2 Prozent (2016: 5,2).

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Die SPD verzeichnete mit 8,2 bis 8,3 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis in Sachsen-Anhalt (2016: 10,6 Prozent). Damit setzt sich der Niedergang der SPD in den ostdeutschen Ländern fort. In Sachsen hatten die Sozialdemokraten 2019 mit 7,7 Prozent ihr schlechtestes Landtagswahlergebnis überhaupt eingefahren, in Thüringen kamen sie im selben Jahr auf nur noch auf 8,2 Prozent. Größter Verlierer in Sachsen-Anhalt ist die Linke, die auf 10,9 bis 11,2 Prozent abrutschte, ihr schlechtestes Ergebnis in dem Bundesland seit der deutschen Einheit (2016: 16,3).

Haseloff sprach von deutlichem Rückenwind für die Bundestagswahl. „Wir sind geschlossen aufgetreten – CDU und CSU“, sagte der 67-Jährige. Die Botschaft in Richtung Berlin sei klar: „Nur gemeinsam können wir gewinnen.“ Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus sagte, die Wahl habe gezeigt, dass die CDU auch unter Laschet „regierungsfähig“ sei. Laut Generalsekretär Paul Ziemiak ist es der größte CDU-Zugewinn bei einer Landtagswahl seit Laschets Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen 2017.

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